Unterrichtsidee: Renaturierung der Gewässer

Die Renaturierung von Flüssen und Bächen ist ein Auftrag des Bundes an die Kantone, welcher eine Aufwertung von Gewässern zum Ziel hat. Die Renaturierung beinhaltet Revitalisierung und Reduktion der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung. Revitalisierung bedeutet die Wiederherstellung von naturnahen Gewässern mit ihren charakteristischen Pflanzen und Tieren. Die negativen Auswirkungen von Wasserkraftwerken soll durch den Ausgleich der z.T. stark variierenden Wassermengen vermindert werden. Zudem soll die Fischgängigkeit verbessert werden.

Mehr Informationen dazu auf der Webseite des Bundesamtes für Umwelt BAFU.

Auf dem Kartenviewer können durch den Vergleich von alten und neuen Luftbildern im Datensatz SWISSIMAGE Zeitreise Renaturierungen von Gewässern sichtbar gemacht werden, wie die vier Beispiele zeigen:

Biberenbach bei Biberen, Kanton Solothurn:

Aare bei Rupperswil / Auenstein / Wildegg:

Emmebirne: Vergleich zwischen 1982 und 1998:

Emmebirne: Vergleich zwischen 1998 und 2014:

 

Vorgehen

Die Aufgabe kann sich als Einstieg in Themenbereiche wie „Veränderung der Landschaft“, „Veränderungen durch Strukturwandel“, „Aufwertung von Naherholungsgebieten“ oder „Ökosysteme“ eignen.

  • Die Schülerinnen und Schüler recherchieren nach Renaturierungsprojekten in ihrer Wohngemeinde bzw. ihrem Wohnkanton.
  • Sie suchen auf map.geo.admin.ch Orte der lokalen Renaturierungsprojekte.
  • Sie schauen sich mit der SWISSIMAGE Zeitreise und der Funktion «Vergleichen» die Veränderung vor und nach der Renaturierung an, wie im Beispiel «Biberenbach bei Biberen, Kanton Solothurn» oben gezeigt.
    Wenn die Renaturierung schon etwas länger zurück liegt, lassen sich sogar Entwicklungen und / oder Erweiterungen beobachten, wie in den beiden Beispielen «Emmenbirne bei Aefligen, Kanton Bern» oben gezeigt.
  • Die Schülerinnen und Schüler halten fest, was ihnen zwischen dem «Vor- und Nachher» auffällt bzw. welche Unterschiede sie zwischen dem Gewässerabschnitt vor und nach der Renaturierung erkennen. Die Beobachtungen können zum Beispiel mit den Funktionen «Zeichnen & Messen auf der Karte» direkt im Kartenviewer auf dem neueren Luftbild festgehalten werden.
    Folgende Stichworte können als Beobachtungshilfe dienen:

    • Breite / Durchmesser der Zone
    • Aussehen des Ufers
    • Form des Gewässers
    • Vegetation: Bäume, Büsche, …
    • Steine, Totholz, …
  • Zur Aktivierung bzw. Erhebung des Vorwissens halten die Lernenden ihre Gedanken zu folgenden Leitaufträgen fest:
    • An und in Gewässern leben viele verschiedene Pflanzen und Tiere. Überlege und schreibe auf, ob nach Renaturierung mehr oder weniger Pflanzen und Tiere in dieser Zone leben. Begründe deine Überlegungen.
    • Beschreibe, welchen Nutzen die Renaturierung für Menschen haben könnte.
    • Überlege und notiere, ob die Renaturierung gegen Hochwasser helfen könnte.

 

Wie weiter

An diesen Einstieg anschliessend drängt sich ein Besuch der beobachteten Stelle bzw. eines anderen renaturierten Gewässerabschnittes auf. Die Beobachtungen auf den Luftbildern und die Überlegungen zu den Leitaufträgen können zum Beispiel durch das Erstellen von Fotos und Skizzen bestätigt und erweitert werden.

 

Lehrplan 21

Neben dem Bezug zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung können folgende Kompetenzen aus NMG, NT und RZG bzw. GGS teilweise erarbeitet werden:

NMG 8.1 Die Schülerinnen und Schüler können räumliche Merkmale, Strukturen und Situationen der natürlichen und gebauten Umwelt wahrnehmen, beschreiben und einordnen.
NMG 8.2 Die Schülerinnen und Schüler können die unterschiedliche Nutzung von Räumen durch Menschen erschliessen, vergleichen und einschätzen und über Beziehungen von Menschen zu Räumen nachdenken.
NMG 8.3 Die Schülerinnen und Schüler können Veränderungen in Räumen erkennen, über Folgen von Veränderungen und die künftige Gestaltung und Entwicklung nachdenken.
NT.9.2 Die Schülerinnen und Schüler können Wechselwirkungen innerhalb und zwischen terrestrischen Ökosystemen erkennen und charakterisieren.
NT.9.3 Die Schülerinnen und Schüler können Einflüsse des Menschen auf regionale Ökosysteme erkennen und einschätzen.
RZG/GGS 2.3 Die Schülerinnen und Schüler können die Dynamik in städtischen und ländlichen Räumen analysieren.
RZG/GGS 3.2 Die Schülerinnen und Schüler können wirtschaftliche Prozesse und die Globalisierung untersuchen.
RZG/GGS 4.1 Die Schülerinnen und Schüler können Orte lokalisieren.
RZG/GGS 5.1 Die Schülerinnen und Schüler können Entstehung und Entwicklung der Schweiz erklären.
RZG/GGS 5.3 Die Schülerinnen und Schüler können das Alltagsleben von Menschen in der Schweiz in verschiedenen Jahrhunderten vergleichen.

 

Zudem lassen sich aus den Anwendungskompetenzen Medien und Informatik bzw. informatische Bildung folgende Kompetenzen teilweise erarbeiten:

Handhabung

  • Dokumente so ablegen, dass auch andere sie wiederfinden.

Recherche und Lernunterstützung

  • Mit Hilfe von vorgegebenen Medien lernen und Informationen zu einem bestimmten Thema beschaffen (…).
  • Medien und Daten auswählen, auswerten und als Informationsquelle für das eigene Lernen nutzen (…).
  • Medien für den eigenen Lernprozess selbständig auswählen und einsetzen (…).

Produktion und Präsentation

  • Medien zum gegenseitigen Austausch sowie zum Erstellen und Präsentieren der eigenen Arbeiten einsetzen (…).
  • Grundfunktionen von Geräten und Programmen zur Erstellung, Bearbeitung, und Gestaltung von Texten, Tabellen, Präsentationen, Diagrammen, Bildern, Tönen, Videos und Algorithmen anwenden.



Schulung Maturitätsschullehrpersonen für Geografie und weitere Interessierte an der Uni Zürich

Mit der Bitte zur Weiterleitung

Digitaler swisstopo-Karteneinsatz im Geografie-Unterricht

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Gesamtdauer Freitag, 18. März 2016, 9.15 – 16.30 Uhr
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Abschluss Teilnahmebestätigung
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Zielpublikum Maturitätsschullehrpersonen für Geografie und weitere Interessierte
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Kosten CHF 220.–
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E-Mail / Site wbmat@wb.uzh.ch  und http://www.weiterbildung.uzh.ch/programme/wbmat_detail.php?angebnr=859
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Beschreibung Thema
Die Karten des Geoportals des Bundes bieten eine Fülle an wertvollen Informationen geografischer Art. Die raumbezogenen, aktualisierten Geodaten werden über das Internet (www.geo.admin.ch) zur Verfügung gestellt. Sie ermöglichen die interaktive Darstellung von Karten und raumrelevanten Daten und dienen zur Information und Entscheidungshilfe. Geodaten helfen, Fragen mit Ortsbezug zu beantworten, beispielsweise: Wie hat sich die Landschaft meines Wohnortes in den letzten 150 Jahren verändert? Liegt mein Haus im Überschwemmungsgebiet? Kulturgeografische und physisch-geographische Themen zur Geografie der Schweiz können so für den Unterricht aufbereitet werden.Inhalte und Ziele

  • Einen Überblick über die Entstehung und laufende Weiterentwicklung des Geoportals des Bundes bekommen. Die Anwendung des Geoportals für geografische Fragestellungen kennenlernen: Navigieren und Kompilieren der raumrelevanten Datensätze üben.
  • Eine eigene Geografie-Lektionssequenz zu einem beliebigen Thema unter fachkundiger Anleitung vorbereiten. Bringen Sie deshalb ein konkretes Unterrichtsthema mit!

Methoden

  • Inputreferate über die Entstehung und Weiterentwicklung des Geoportals sowie zu erprobten Anwendungsbeispielen aus dem Unterricht. Einzel- oder Partnerarbeit an einer eigenen Unterrichtseinheit, eine Exkursionsvorbereitung oder ICT-Lektion. Vorstellen und Austauschen der erarbeiteten Materialien
  • Wichtig: Bitte nehmen Sie einen WLAN-fähigen Laptop mit.
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Kursleitung
  • Dr. Stefan Hesske, Fachdidaktik Geografie, Abteilung LLBM, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich; Lehrer für Geografie, Gymnasium Unterstrass, Zürich
  • Dr. David Oesch, Projektleiter geo.admin.ch, Bundesamt für Landestopografie swisstopo, Wabern
  • Olivier Rosenfeld, Lehrer für Geografie, Kantonsschule Küsnacht
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Kursort Zentrum für Weiterbildung UZH, Schaffhauserstrasse 228, 8057 Zürich
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Daten Freitag, 18. März 2016, 9.15 – 16.30 UhrAnmeldeschluss: 15.02.2016Anmelden




Die Gemeinden meines Kantons

Die Schülerinnen und Schüler erkunden mit Hilfe des Kartenviewers die Gemeinden ihres Wohnkantons (in diesem Beispiel den Kanton Freiburg).

Dieser Artikel wurde revidiert und ergänzt von Daniel Siegenthaler, Dozent für Geographie an der PH FHNW am Institut für Sekundarstufe I und II.

Die SuS erarbeiten während 3 Doppellektionen verschiedene Arbeitsblätter, so dass sie im Anschluss eigenständig mit dem Kartenviewer arbeiten können. Um zu überprüfen, ob sie mit dem Kartenviewer arbeiten können, beschäftigen sie sich mit einer spezifischen Gemeinde ihrer Wahl aus dem Kanton Freiburg. Sie arbeiten einerseits mit digitalen Karten (swisstopo), können aber auch den Atlas gebrauchen um analoge Kartenwerke zu benutzen und diese miteinander zu vergleichen. Sie analysieren eine Gemeinde: Lage im Gradnetz, Lage in der Schweiz, Vegetation, Kulturgüter, Zeitreise usw. Sie benutzen die Hintergrundinformationen der verschiedenen Bundesämter, um Fragen zu ihrer Gemeinde zu beantworten.

Aufgabenstellungen

  • Die Schülerinnen und Schüler lernen Anhand von vier Niveaus den Kartenviewer kennen. Sie erkunden dazu ihren Schul- bzw. Wohnort.
  • Die SuS stellen eine Gemeinde ihres Wohnkantons exemplarisch vor. Idealerweise haben sie zu dieser Gemeinde einen persönlichen Bezug (Wohnort, Verwandte und Bekannte, Zugang zu Freizeitaktivitäten). Die SuS transferieren so ihre erworbenen Kompetenzen auf ein konkretes Beispiel mit mehr Gestaltungsfreiraum.
  • Die SuS präsentieren ihre Erkenntnisse anhand von Postern der Klasse vor.
  • Das Musterbeispiel “Estavayer-le-Lac” dient als Orientierungshilfe. Das Beispiel kann gleich zu Beginn gezeigt werden, um das Ziel der Aufgabe zu illustrieren. Wenn die SuS gut mit solchen Aufgaben zurechtkommen, sollte das Beispiel nur bei Bedarf genutzt werden, um die Kreativität nicht einzuschränken.

Zielsetzung/Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler …

  • können Karten und Orientierungsmittel auswerten.
  • können sich im Realraum orientieren.
  • kennen die zentralen Funktionen des Kartenviewers und können diesen produktiv nutzen.
  • kennen relevante Datensätze für das Erkunden ihres Wohnkantons und können die Informationen interpretieren.

Weitere Etappenziele werden in den Arbeitsaufträgen formuliert.

Hinweise zur Beurteilung

  • Die Selbstbeurteilung wird mit den Lernzielen gefördert.
  • Die Produkte zu den Gemeinden (Poster, Präsentationen) können formativ und summativ beurteilt werden.
  • Verschiedene Produkte im Rahmen der einzelnen Aufgaben ermöglichen eine Diagnose und gezielte Rückmeldungen.

Materialien für die Unterrichtsvorbereitung der Lehrperson

  • Die Lehrperson sollte sich zuerst selbst gut mit dem Kartenviewer beschäftigen. Funktionen mit Kartenviewer kennen lernen, Speicheroptionen, Druckoptionen und Möglichkeiten von Einzeichnen, Messen, Berechnen.
  • Damit die SuS das genaue Ziel vor Augen haben, stellt die Lehrperson selbst, eine ihr bekannte (persönlicher Bezug) Gemeinde vor. Anhand eines Posters oder einer Präsentation wissen die SuS was auf sie zukommt.

Weiterführende Ideen

  • Die SUS können im Bildnerischen Gestalten eine Reliefkarte ihres Gebietes erstellen.
  • Die SuS können die Gemeinde besuchen und Fotos mitbringen (GPS, Kartenarbeit)

Beispiele aus dem Unterricht

bspsm1

Arbeiten von Schülerinnen und Schüler der 9B2 aus Wünnewil.

Es hat super funktioniert und war sehr spannend. (Franziska Gassmann)

Lehrplanbezug

Die Verknüpfung mit dem Lehrplan21 (NMG RZG.4.1-3) kann unter diesem Link als PDF heruntergeladen werden.

Würdigung durch Daniel Siegenthaler

Der Zugang zur Wohngemeinde über den Kartenviewer ist ein geeigneter Weg, sowohl die Wohngemeinde besser kennen zu lernen wie auch sinnvoll in den Kartenviewer einzuführen und ihn anzuwenden.

Die Aufgabenstellungen sind vielfältig und auf verschiedenen Anspruchsniveaus angesiedelt.

Die Produktorientierung der Aufgaben ist zu begrüssen und erhöht die Lernwirksamkeit.

Die konsequente Lernzielorientierung erhöht die Verbindlichkeit der Aufgaben und damit auch die Lernwirksamkeit.

Die Aufgaben werden sinnvoll mit dem Lehrplan verknüpft. Die Unterrichtseinheit fördert den Kompetenzbereich “Räumliche Orientierung”.

Die Voraussetzungen der Lehrperson werden sinnvollerweise beschrieben (“Materialien für die Lehrperson”).

->Der nicht überarbeitete Beitrag als PDF

Die Gemeinden Meines Kantons
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Collage – Wir erkunden unseren Kanton

Hinweis: Dies ist eine Ergänzung zu der Unterrichtseinheit: Mein Wohnkanton – Fribourg besser kennen lernen

Wie ist unser Kanton aufgebaut? Kennen wir seine Gemeinden, Seen und Berge? Welche Orte sind besonders einen Besuch Wert und wo möchte man am liebsten nicht wohnen? Mit Hilfe des Kartenviewers sollen spannende Fragen rund um die Geografie der Schweiz beantwortet und mittels Collage vorgestellt werden. Die Unterrichtseinheit eignet sich besonders beim Einstieg in das Geoportal und hat den tollen Effekt, dass das Klassenzimmer ausgeschmückt wird.

Beispiel: Collage einer 9. Klasse aus Wünnewil (FR)

Beispiel: Collage einer 9. Klasse aus Wünnewil (FR)

Zielsetzung / Kompetenzen

  • Die SuS erlernen die Grundfunktionen des Kartenviewers. Sie Experimentieren mit verschiedenen Layern und Messwerkzeugen
  • Die SuS erkunden einen selbstgewählten Ort mit geografischer Perspektive. Sie versuchen, die Besonderheiten dieses Ortes hervorzuheben.
  • Die SuS gestalten auf Basis der selbst erhobenen Daten ein Poster und können dadurch ihr erlangtes Expertenwissen der Klasse weitergeben.

Aufgabenstellung

  • Nach Wahl oder Zuweisung eines bestimmten Gebiets erkunden die SuS die Region mit Hilfe des Kartenviewers.
  • Ziel ist es, eine Art „Steckbrief“ dieser Region zu erstellen. Je nach Unterrichtseinheit, kann die Fragestellung variieren.
  • Die SuS verwenden dazu Funktionen des Kartenviewers, z.B. Messen, Zeichnen, Beschriften und versuchen auch mit unterschiedlichen Layern zu experimentieren (z.B. Layer „Strassenverkehrslärm“ etc.). Auch historische Karten können mit Hilfe des Vergleichen-Tools eingesetzt werden.
  • Die gemachten Entdeckungen werden über Drucken -> PDF erstellen gespeichert, ausgedruckt und zu einer Collage verarbeitet.
  • Es sollen auch externe Internetrecherchen zum Gebiet stattfinden. So suchen die SuS z.B. nach Sehenswürdigkeiten in der Region oder nach dessen Einwohnerzahlen…Wer etwas mehr Erfahrung hat, kann sogar Bilder der jeweiligen Orte per KML in den Kartenviewer importieren.

Druck

Lehrplanbezug

RZG.4.1b: Die Schülerinnen und Schüler können die Lage von ausgewählten Orten mithilfe von Raummerkmalen geografisch charakterisieren (z.B. am Meer, im Alpenvorland, in aridem Gebiet).

RZG.4.2b: Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene Karten und Orientierungsmittel zur Beantwortung von Fragestellungen nutzen und auswerten.




Flur- und Ortsnamen als Zeugen der Vergangenheit

Der Mensch nutzt, gestaltet und verändert die Landschaft – und er gibt ihr Namen. Ob Cholholz, Schattenloch oder Rebacker. Aus Flurnamen lassen sich oft biologische oder historische Bezüge herstellen. Der Kartenviewer bietet tolles Anschauungsmaterial, um Flurnamen zu erkunden. Dank der Zeitreise können gar gewisse Veränderungen der Flurnamen festgestellt werden.

Dieser Artikel wurde revidiert und ergänzt von Dr. Peter Keller, Dozent der Professur Didaktik des Sachunterrichts, Institut für Primarschule an der PH FHNW.

Ein Flurname ist die namentliche Bezeichnung eines kleinräumigen Landschaftsteils, in dem sich keine Häuser befinden. Im Gegensatz dazu bezeichnet ein Ortsname immer einen Landschaftsteil mit Häusern. (Wikipedia.de)

Ob auf der Galgenrüti früher mal eine grosse Eiche stand?

Aufgabenstellung

  1. Zur Aktivierung des Vorwissens werden Orts- und Landschafts- oder Strassennamen gesammelt. Gemeinsam wird diskutiert, weshalb diese wohl so heissen. Alternativ können die SuS einer Landschaft, einer Siedlung einen eigenen Namen geben und diesen begründen.
  2. Die SuS erkunden die Flurnamen rund um ihren Wohn- oder Schulort auf einer ausgedruckten Karte. Namen, deren Bedeutung sie kennen, unterstreichen sie mit blau – Namen, welche sie nicht einordnen können werden rot unterstrichen.
  3. Mit der Zeitreise des Kartenviewers prüfen, ob sich die Flurnamen über die Zeit verändert haben – oder ob sich daraus evtl. erkennen, weshalb ein Ort diesen Namen trägt? Falls in der näheren Umgebung keine ergiebigen Flurnamen zu finden sind, können die SuS auch in einem grösseren Umkreis nach interessanten Flurnamen suchen. Alternativ können die unterschiedlichen Karten ebenfalls ausgedruckt werden. Evtl. auch die Luftbilder verwenden.
  4. Jede Gruppe sendet 3-5 Ausschnitte von interessanten Flurnamen als Permalink, die sie erklären können und senden diese an die Lehrperson. Alternativ kann ein Screenshot erstellt werden und die Lernenden beschreiben die Flurnamen in einem Textverarbeitungsprogramm.

Durch die Zeitreise bestätigt: Tatsächlich wurden in Humlikon am Rebberg einst Reben angepflanzt.

Zielsetzung / Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler …

  • können die erkundeten Flurnamen mit verwandten Begriffen verbinden und Bezüge herstellen.
  • können sich aufgrund der Flurnamen bewusster in ihrer vertrauten Umgebung orientieren.
  • schärfen ihr historisches Bewusstsein in Bezug auf Wandel.
  • können die Suchfunktion wie auch die Zeitreise des Kartenviewers produktiv bedienen.

Hinweise zur Unterrichtsvorbereitung

Häufig können Flurnamen gar nicht gänzlich belegt werden – z.B. „Güggelrain“: die Bedeutung ist klar, jedoch nicht der Grund, weshalb der Ort so heisst. Daher müssten SuS angeregt werden Vermutungen zu äussern.

Die Aufgabe sollte unbedingt mit einem Folgeauftrag zur Ortsbegehung verbunden werden. Sind Elemente der Flurnamenbedeutung vor Ort feststellbar und dokumentierbar?

Hinweise zur Beurteilung

Das Festhalten der Erkundungsaufträge mittels Screenshot und Texterläuterungen führt zu messbaren Lernspuren der SuS, die bewertet werden können. Wichtig wäre hierzu, dass die SuS auch dokumentieren, woher sie Ihre Informationen haben und wo sie (eventuell auch vergeblich) gesucht haben.

Lehrplanbezug

Die Schülerinnen und Schüler…

  • können Thesen aus Karten und Orientierungsmittel formulieren.
  • können verschiedene Karten und Orientierungsmittel zur Beantwortung von Fragestellungen nutzen und auswerten. (RZG.4.2.b)
  • können die Bedeutung von unbekannten Wörtern aus dem Kontext erschliessen, erfragen oder mit geeigneten Hilfsmitteln (z.B. Wörterbuch, Sachbuch, Internet) nachschlagen und damit ihren rezeptiven Wortschatz erweitern. (D.1.B.1.f)

 

Würdigung von Dr. Peter Keller

Flurnamen verraten etwas über Vergangenheit und Beschaffenheit eines Ortes

Mit der Thematisierung des Wandels von Flurnamen sowie der Landschaft werden zwei wichtige Fachkonzepte der Geschichtswissenschaft einerseits und der Geografie andererseits. Es ist dies die historische Kategorie des Wandels (Historizität) ganz generell, sowie derjenige von Landschaftsveränderungen im Speziellen. Lernende gewinnen die Einsicht, dass die Welt, die uns umgibt, in vielem das Resultat von menschlichem Tun in der Vergangenheit darstellt.

Alte Karten als landschaftsgeschichtliche historische Quellen werden bearbeitet.

FlurnamenZeugenVergangenheit
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Meine Freizeit in meiner Umgebung

Wozu in die Ferne schweifen? Es ist reizvoll, die Freizeit in der eigenen Umgebung zu verbringen. Schülerinnen und Schüler erforschen Freizeitorte in ihrer Wohnumgebung, halten diese als Text, mit Bildern und auf der Karte fest.

Dieser Artikel wurde revidiert und ergänzt von Dr. Peter Keller, Dozent am Institut für Primarschule, Professur Didaktik des Sachunterrichts an der PH FHNW.

Aufgabenstellungen

  • Gemeinsam wird in einem ersten Schritt diskutiert und z.B. an der Wandtafel festgehalten, was Freizeitorte sind und sein können.
  • Die SuS erkunden ihren Wohnort und tragen auf dem Ortsplan diejenigen Orte ein, wo sie ihre Freizeit verbringen. Zudem fotografieren sie diese, notieren die Aktivitäten und deren persönliche Bedeutung.
  • Die SuS zeichnen ihre Freizeitorte im Kartenviewer ein und speichern diese als PDF ab.
  • Das pdf-Dokument wird in ein Worddokument umgewandelt. Die SuS fügen Texte mittels Textfeldern und Bilder ein und gestalten das Dokument weiter aus zu einem Plakat.
  • Das Plakat wird als pdf-Dokument abgespeichert und im A3-Format ausgedruckt.
  • SuS reflektieren über die Freizeitmöglichkeiten in ihrer Umgebung: Sie vergeben ein Prädikat aus sehr gut – gut – genügend – ungenügend mit einer Begründung und schreiben Wünsche und Verbesserungsvorschläge auf.

Zielsetzungen/Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler …

  • können sich in bekannter Umgebung auf der Karte orientieren.
  • erkunden ausserschulische Lernorte.
  • gestalten ihre Freizeitorte mit Text, Bild und als Karte zu einem Plakat.
  • stellen das Plakat in der Klasse vor.

Benötigtes Material für den Unterricht

  • Kopien des Ortsplans

Materialien zur Vorbereitung für die Lehrperson

  • Realienlehrmittel “Leben im Aargau” S. 110,111 Arbeitsblatt 4.8

Weiterführende Ideen

  • Erweiterung für schnelle LernerInnen: Standorte automatisch einzeichnen (mit KML) gemäss der Anleitung von Matthias Giger
  • Plakat vor der Klasse, vor den Eltern, vor Behörden präsentieren
  • Überlegungen anstellen, wie Wünsche und Verbesserungsvlrschläge realisiert werden können. Evtl. Einreichen von Wünschen und Verbesserungsvorschlägen bei den Behörden

Lehrplanbezug

  • Mensch und Raum: Sich orientieren lernen (Schulweg, Schulhaus)
  • Die unmittelbare Umgebung erkunden und sich darin orientieren
  • Sich im Raum bewegen (Quartierplan, Dorfplan)

Würdigung von Dr. Peter Keller

Schöne Verbindung von Karte, Dokumentation vor Ort und persönlicher Auseinandersetzung.

Mehrperspektivischer Zugang zur Erschliessung von Aspekten der Lebenswelt (räumliche, politische, soziologische Perspektive).

MeineFreizeitinmeinerUmgebung
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Wo waren die Stadtmauern früher sichtbar?

Die Klasse mit einer historisch-geographischen Frage konfrontiert, die sie mit dem Kartenviewer und realem Erkunden zu lösen versuchen. In diesem Fallbeispiel geht es um die Frage: “Wo waren die alten Mauern der Stadt Chur früher sichtbar?”

Dieser Artikel wurde revidiert und ergänzt von Dr. Peter Keller, Dozent der Professur Didaktik des Sachunterrichts, Institut für Primarschule an der PH FHNW.

Mit dem Kupferstich von Matthäus Merian und dem Datensatz “Zeitreise-Kartenwerke” versuchen die SuS die alten Stadtmauern zu entdecken und auf der aktuellen Karte wiederzufinden.

Chur 1642 Merian Helvetiae.jpg

Matthäus Merian the Elder [Public domain], via Wikimedia Commons

Aufgabenstellung

Die SuS müssen zuerst eine Vorstellung von (mittelalterlichen) Stadtmauern und deren Veränderungen bis heute haben. Eine vorbereitende Diskussion im Unterricht ist deshalb wichtig. Um das Ganze besser nachvollziehbar bietet sich idealerweise ein Ausflug zur Stadtmauer, aktuelle Bilder davon oder oder Merians Kupferstich dienen.

Danach sollen die SuS mit der Zeitreise des Kartenviewers nach der Lage der Stadtmauer suchen. Dazu eignet sich unter anderem die “Vergleichsfunktion” um “Zeitreise-Kartenwerke” mit der heutigen Landeskarte zu vergleichen:

Im Rahmen einer Exkursion sollen die SuS die vorgängig auf der Karte bestimmten Punkte suchen und diese (falls dort Spuren der Stadtmauer zu finden sind) fotografieren.

Die Fotos können anschliessen im Kartenviewer eingebunden werden. Dazu müssen die Fotos auf einer Bildplattform wie instagram oder google photos im Web verfügbar sein. Die Bilder werden dann im Beschreibungsfeld des Symbols verlinkt.

Die Anleitung dazu gibt’s bei: http://help.geo.admin.ch/?id=91&lang=de

Zielsetzung / Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler …

  • können die Ausdehnung ihrer Stadt nachvollziehen. Sie erkennen, dass diese sich ausdehnt aber gleichzeitig alte Bauwerke verschwinden.
  • können die Funktion “Vergleichen” nutzen um zwei Datensätze zu vergleichen.
  • können mit Unterstützung die auf der Karte bestimmten Standorte in der Stadt finden und mit dem Fotoapparat protokollieren.
  • können die Standorte der Fotos mit dem “Zeichnen”-Werkzeug im Kartenviewer einzeichnen und mit Unterstützung die Bilder verlinken.

Bezug zu Lehrplan und Lehrmitteln

Lehrplan:

  • NMG 8.1: Die Schülerinnen und Schüler können räumliche Merkmale, Strukturen und Situationen der natürlichen und gebauten Umwelt wahrnehmen, beschreiben und einordnen.
  • NMG 8.2: Die Schülerinnen und Schüler können die unterschiedliche Nutzung von Räumen durch Menschen erschliessen, vergleichen und einschätzen und über Beziehungen von Menschen zu Räumen nachdenken.
  • NMG 8.5: Die Schülerinnen und Schüler können sich in ihrer näheren und weiteren Umgebung orientieren, sicher bewegen und dabei Orientierungsmittel nutzen und anwenden.
  • RZG 2.3: Die Schülerinnen und Schüler können die Dynamik in städtischen und ländlichen Räumen analysieren.
  • RZG 5.3: Die Schülerinnen und Schüler können das Alltagsleben von Menschen in der Schweiz in verschiedenen Jahrhunderten vergleichen.

Lehrmittel:

  • Spuren Horizonte. Mensch – Raum – Zeit – Gesellschaft: ab 5. Schuljahr. Urs Bräm u.a. Lehrmittelverlag des Kantons Zürich. 2014

Würdigung von Dr. Peter Keller

Stadtarchitektur bewusst wahrzunehmen ist eine Thematik, die immer stärker ins Bewusstsein rückt. Die Aufgabe leistet einen schönen Beitrag, Gebäude einer Stadt auf ihr unterschiedliches Alter hin zu untersuchen sowie Einzelbetrachtungen in einem grösseren Rahmen einer Karte zu verbinden.

Es werden die historische, architektonische sowie räumliche Perspektiven des Sachunterrichts angesprochen und sinnvoll aufeinander bezogen.

Hinweise zur Beurteilung

Für die Beurteilung wäre es hilfreich, wenn die Fotos bzw. die Stadtmauerabschnitte ausgewertet und beschrieben würden.




Ideenskizze: Daten aus einer Tracking App in den Kartenviewer integrieren

Der kostenlose Schrittzähler Moves protokolliert die Anzahl täglich zurückgelegten Schritte sowie mit dem Fahrrad / Auto / Zug gefahrene Strecken. Die gesammelten Daten lassen sich einfach exportieren und in den Kartenviewer von map.geo.admin.ch integrieren.

Die Anwendung erkennt automatisch, ob man gerade sitzt, Fahrrad fährt oder sich in einem Transportmittel fortbewegt. Darüber hinaus zeigt die App dem Läufer auf einer Karte an, welchen Weg er gegangen ist und welche Strecken er zurückgelegt hat. Am Ende eines Tages können sich Anwender zudem eine Art Tagebuch ihrer Aktivitäten anzeigen lassen. So sieht man grafisch dargestellt, wann man das Haus verlassen hat und wie viel, wie lange und in welcher Form man sich den Rest des Tages über bewegt hat.

Moves

Der Export läuft einfach über die Homepage der App.  Der Nachteil ist allerdings, dass man dazu einen Account erstellen muss und nur alle 24h einen Export vornehmen kann.

 

Die App Moves ist nun veraltet (im 2015 funktionierte diese noch), aber ich denke ihr findet andere Tracking Apps, welche ihr nutzen könnt!