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Föderalismus auf map.geo.admin.ch

Die Schweiz ist ein Bundesstaat. Die 26 Kantone sind die Teilstaaten, sie bilden zusammen die Schweiz. Die Kantone sind grundsätzlich souverän solange ihre Eigenständigkeit nicht durch die Bundesverfassung eingeschränkt wird. Man nennt diese Staatsform auch föderalistisch. Konkret bedeutet der Schweizer Föderalismus: Aufgaben, die im Gesamtinteresse liegen, z.B. die Aussenpolitik und die Landesverteidigung, übernimmt die Eidgenossenschaft. Andere Aufgaben wie das Polizeiwesen löst jeder Kanton selber.

Der föderalistische Staatsaufbau der Schweiz ist dreistufig: Bund – Kantone (26) – Gemeinden. Die 2222 Gemeinden des Landes sind mit zahlreichen Kompetenzen ausgestattet und erfüllen wichtige Aufgaben. Sie besitzen aber nur soviel Eigenständigkeit, wie dies der Bund und der Kanton bestimmen. In der Regel wird der Gemeinde ein Grossteil ihrer Aufgaben vorgeschrieben.

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Grafik aus “Der Bund kurz erklärt” 2018, S. 12

Wie der Bund und die Kantone verfügen auch die Gemeinden über eine Verfassung (die Gemeindeordnung) sowie gesetzgebende und ausführende Behörden. In kleineren Gemeinden bildet die Gemeindeversammlung, eine Zusammenkunft der Stimmbürger und Bürgerinnen. In grösseren Gemeinden übernimmt ein vom Volk gewähltes Parlament diese Rolle (Die Schweiz verstehen, 2018, S. 32/33).

  • Bundesaufgaben: Aussenpolitik, Geldpolitik, Militär, Zoll, Wirtschaftspolitik
  • Kantonsaufgaben: Schulwesen, Gesundheitswesen, Bauwesen, Polizei
  • Gemeindeaufgaben: Einwohnerkontrolle, Organisation der Volksschule, Feuerwehr, Wasser- und Elektrizitätsversorgung

Die Bundesgrenze auf map.geo.admin.ch, sowie Daten vieler Bundesämter auf map.geo.admin.ch (unter Themen!):

Kantonsgrenzen auf map.geo.admin.ch und die Daten der Kantone:

Gemeindegrenzen auf map.geo.admin.ch:

Wussten Sie das?

  • In der kleinsten Gemeinde (Corippo, TI) leben 13 Menschen, in der grössten Zürich rund 400.000.
  • Jedes Jahr gibt es wegen Fusionen rund 30 Gemeinden weniger

Mehr hierzu auf “Der Bund kurz erklärt”, 2018 S. 13

 




Die Gemeinden meines Kantons

Die Schülerinnen und Schüler erkunden mit Hilfe des Kartenviewers die Gemeinden ihres Wohnkantons (in diesem Beispiel den Kanton Freiburg).

Dieser Artikel wurde revidiert und ergänzt von Daniel Siegenthaler, Dozent für Geographie an der PH FHNW am Institut für Sekundarstufe I und II.

Die SuS erarbeiten während 3 Doppellektionen verschiedene Arbeitsblätter, so dass sie im Anschluss eigenständig mit dem Kartenviewer arbeiten können. Um zu überprüfen, ob sie mit dem Kartenviewer arbeiten können, beschäftigen sie sich mit einer spezifischen Gemeinde ihrer Wahl aus dem Kanton Freiburg. Sie arbeiten einerseits mit digitalen Karten (swisstopo), können aber auch den Atlas gebrauchen um analoge Kartenwerke zu benutzen und diese miteinander zu vergleichen. Sie analysieren eine Gemeinde: Lage im Gradnetz, Lage in der Schweiz, Vegetation, Kulturgüter, Zeitreise usw. Sie benutzen die Hintergrundinformationen der verschiedenen Bundesämter, um Fragen zu ihrer Gemeinde zu beantworten.

Aufgabenstellungen

  • Die Schülerinnen und Schüler lernen Anhand von vier Niveaus den Kartenviewer kennen. Sie erkunden dazu ihren Schul- bzw. Wohnort.
  • Die SuS stellen eine Gemeinde ihres Wohnkantons exemplarisch vor. Idealerweise haben sie zu dieser Gemeinde einen persönlichen Bezug (Wohnort, Verwandte und Bekannte, Zugang zu Freizeitaktivitäten). Die SuS transferieren so ihre erworbenen Kompetenzen auf ein konkretes Beispiel mit mehr Gestaltungsfreiraum.
  • Die SuS präsentieren ihre Erkenntnisse anhand von Postern der Klasse vor.
  • Das Musterbeispiel “Estavayer-le-Lac” dient als Orientierungshilfe. Das Beispiel kann gleich zu Beginn gezeigt werden, um das Ziel der Aufgabe zu illustrieren. Wenn die SuS gut mit solchen Aufgaben zurechtkommen, sollte das Beispiel nur bei Bedarf genutzt werden, um die Kreativität nicht einzuschränken.

Zielsetzung/Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler …

  • können Karten und Orientierungsmittel auswerten.
  • können sich im Realraum orientieren.
  • kennen die zentralen Funktionen des Kartenviewers und können diesen produktiv nutzen.
  • kennen relevante Datensätze für das Erkunden ihres Wohnkantons und können die Informationen interpretieren.

Weitere Etappenziele werden in den Arbeitsaufträgen formuliert.

Hinweise zur Beurteilung

  • Die Selbstbeurteilung wird mit den Lernzielen gefördert.
  • Die Produkte zu den Gemeinden (Poster, Präsentationen) können formativ und summativ beurteilt werden.
  • Verschiedene Produkte im Rahmen der einzelnen Aufgaben ermöglichen eine Diagnose und gezielte Rückmeldungen.

Materialien für die Unterrichtsvorbereitung der Lehrperson

  • Die Lehrperson sollte sich zuerst selbst gut mit dem Kartenviewer beschäftigen. Funktionen mit Kartenviewer kennen lernen, Speicheroptionen, Druckoptionen und Möglichkeiten von Einzeichnen, Messen, Berechnen.
  • Damit die SuS das genaue Ziel vor Augen haben, stellt die Lehrperson selbst, eine ihr bekannte (persönlicher Bezug) Gemeinde vor. Anhand eines Posters oder einer Präsentation wissen die SuS was auf sie zukommt.

Weiterführende Ideen

  • Die SUS können im Bildnerischen Gestalten eine Reliefkarte ihres Gebietes erstellen.
  • Die SuS können die Gemeinde besuchen und Fotos mitbringen (GPS, Kartenarbeit)

Beispiele aus dem Unterricht

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Arbeiten von Schülerinnen und Schüler der 9B2 aus Wünnewil.

Es hat super funktioniert und war sehr spannend. (Franziska Gassmann)

Lehrplanbezug

Die Verknüpfung mit dem Lehrplan21 (NMG RZG.4.1-3) kann unter diesem Link als PDF heruntergeladen werden.

Würdigung durch Daniel Siegenthaler

Der Zugang zur Wohngemeinde über den Kartenviewer ist ein geeigneter Weg, sowohl die Wohngemeinde besser kennen zu lernen wie auch sinnvoll in den Kartenviewer einzuführen und ihn anzuwenden.

Die Aufgabenstellungen sind vielfältig und auf verschiedenen Anspruchsniveaus angesiedelt.

Die Produktorientierung der Aufgaben ist zu begrüssen und erhöht die Lernwirksamkeit.

Die konsequente Lernzielorientierung erhöht die Verbindlichkeit der Aufgaben und damit auch die Lernwirksamkeit.

Die Aufgaben werden sinnvoll mit dem Lehrplan verknüpft. Die Unterrichtseinheit fördert den Kompetenzbereich “Räumliche Orientierung”.

Die Voraussetzungen der Lehrperson werden sinnvollerweise beschrieben (“Materialien für die Lehrperson”).

->Der nicht überarbeitete Beitrag als PDF

Die Gemeinden Meines Kantons
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