Besser leben mit weniger Lärm

Besser leben mit weniger Lärm

Das Bundesamt für Umwelt BAFU ermittelt mit Hilfe der Daten und Modelle von swisstopo die Lärmbelastung in der Schweiz. Es berechnet auch künftige Immissionen und erarbeitet gezielte Strategien zur Lärmreduktion.

Christine Badertscher

An manchen Orten in der Schweiz ist es (zu) laut: Tagsüber ist jede siebte und nachts jede achte Person in unserem Land schädlichem oder lästigem Strassenlärm ausgesetzt – trotz grosser Anstrengungen bei der Bekämpfung des Lärms.

Das Bundesamt für Umwelt BAFU veröffentlicht auf map.geo.admin.ch verschiedene Karten zum Thema «Lärm» – zum Beispiel die Lärmbelastung durch Strassenverkehr zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten oder durch Eisenbahn, Helikopter und Flugzeuge. Betrachtet man die Karten, fällt einem die Konzentration des Lärms in der Agglomeration auf. Hier wohnen mehr als 90 Prozent der Menschen, die von Lärm betroffen sind.

Wie und was wird gemessen?

Für die Ermittlung der Lärmbelastung wurde die Lärmdatenbank sonBASE entwickelt. Auf der Basis eines geografischen Informationssystems (GIS) kann damit die Lärmbelastung in der ganzen Schweiz modelliert, abgeschätzt und visualisiert werden. Andreas Catillaz, stellvertretender Sektionschef beim BAFU, erklärt, was man dafür braucht: «Wir haben eine
Vielzahl von georeferenzierten Daten verschiedener Bundesämter, Bahnbetreiber und Ingenieurbüros. Diese Daten fügten wir zusammen und speisten sie ein. Die Qualität und Quantität verfügbarer Daten wird in Zukunft weiter zunehmen.»

Die Resultate sind einerseits eine so genannte Rasterkarte mit einer Pixelauflösung von zehn Mal zehn Metern und anderseits eine Beurteilung der Lärmbelastung an definierten Fassadenpunkten jeweils aller Häuser getrennt für den Tag (6 bis 22 Uhr) und die Nacht (22 bis 6 Uhr). Eine schweizweite Lärmberechnung für den Eisenbahn-, Strassen- und eventuell auch Flugverkehr wird alle vier bis fünf Jahre durchgeführt.

Christine Badertscher

Lärmdaten für die ganze Schweiz

Für seine Berechnungen nutzt das BAFU verschiedene Datensätze und Modelle von swisstopo, nämlich das Höhenmodell swissALTI3D, das Topografische Landschaftsmodell swissTLM3D sowie die Gebäudedaten swissBUILDINGS3D. «Weil der Bund diese Daten erhebt und pflegt, sind sie homogen für die ganze Schweiz vorhanden. Das ist für uns ein grosser Vorteil und erleichtert uns die Arbeit enorm. Wir hätten sonst erheblich mehr Aufwand und Kosten», ist Andreas Catillaz überzeugt.

Tempo 30 wirkt

Was tun, wenn es zu laut ist? Bauliche Vorkehrungen in Form von Lärmschutzwänden sind aufwändig, teuer und unter Umständen wenig effektiv. Eine wirksame Massnahme ist hingegen die Drosselung des Lärms an der Quelle: Strassengestaltung, lärmarme Strassenbeläge, leise Reifen und die Reduktion der Geschwindigkeit. Gilt Tempo 30 anstatt Tempo 50, reduzieren sich die Lärmemissionen um rund drei Dezibel. Das entspricht einer Halbierung des Verkehrs.

Städte akustisch gestalten

Dank den Lärmdaten des BAFU kann nicht nur der Lärm reduziert werden: Sie leisten auch wertvolle Dienste bei der akustischen Gestaltung von Städten. Diese gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Rede ist vom «Stadtklang», hervorgerufen durch die akustischen Materialeigenschaften von Böden, Fassaden, Gebäuden und Gestaltungselementen. Denn die Stadt der Zukunft soll nicht nur gut aussehen, sondern auch gut klingen.

20 Jahre KOGIS, Koordination, Geoinformation und Services

Am 1. Januar 2000 nahm die Stabsstelle KOGIS, kurz für Koordination, Geoinformation und Services, ihren Betrieb auf. Ihre Aufgabe: Eine Koordination im Geoinformationsbereich zu schaffen, damit nicht jedes Amt und jeder Kanton eine eigene Infrastruktur aufbauen mussten. Unter dem Einfluss von KOGIS entwickelte sich swisstopo von einem Geodatenproduzenten zu einem Dienstleistungszentrum, von dessen Produkten und Leistungen jede Schweizerin und jeder Schweizer profitieren kann. Insbesondere mit dem Geoportal map.geo.admin.ch hat KOGIS etwas geschaffen, das grossen und vielfältigen Nutzen für alle stiftet.

Mehr über KOGIS




Ökomorphologie – Gewässerschutz/Gewässeruntersuchung und -bewertung – Bundesamt für Umwelt

Um die Gewässer umfassend schützen zu können, muss ihr Zustand bekannt sein. Das Modul-Stufen-Konzept bildet den Rahmen für eine standardisierte Gewässeruntersuchung und -bewertung. Das Konzept ist modular aufgebaut und umfasst Untersuchungen der Hydrologie, Struktur der Gewässer (Ökomorphologie), Wasserchemie und Ökotoxikologie sowie der Lebensgemeinschaften von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen (Biologie).Im Modul Ökomorphologie werden die strukturellen Eigenschaften der Bäche und Flüsse ganzer Regionen (z.B. Kantone, Regionen, Gemeinden) flächendeckend (Stufe F) untersucht. Der Layer «Abschnitte» zeigt die Klassifizierung der einzelnen Fliessgewässerabschnitte von natürlich bis künstlich und eingedolt (Referenzgeometrie VECTOR25 GWN). Diese Einteilung erfolgt anhand der summarischen Beurteilung ökologisch bedeutsamer Merkmale wie beispielsweise der Beschaffenheit des Uferbereiches:

siehe auch: Link




Unterschiedliche Pflanzen auf map.geo.admin.ch

Invasive gebietsfremde Pflanzen – Potentialkarte Felsen-Greiskraut (BAFU):

 

Invasive gebietsfremde Pflanzen – Potentialkarte Syrische Seidenpflanze (BAFU):

 

Es gibt jede Menge weitere Pflanzenarten zu entdecken im Themenkatalog “INSPIRE” (rotes Kästchen unter Themenwahl) und dann “Umwelt, Biologie und Geologie” und dann “Verteilung der Arten”! Den SuS kann die Karte gezeigt werden und der Arbeitsauftrag mehr zur Pflanzensorte herauszufinden im Internet. / Evtl. Vorbereitung zu einer Exkursion?

 

 

 




Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (BAFU)

Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (BAFU)

In der Schweiz leben heute 19 Amphibienarten – fast alle befinden sich auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Die Fläche der Feuchtgebiete als Lebensraum der Amphibien schrumpfte in den letzten 100 Jahren auf weniger als einen Zehntel zusammen. Die noch erhaltenen Lebensräume sollten deshalb gesichert werden.

24.03.2020 | www.geo.admin.ch

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Copyright: /shutterstock.com

Link auf die Karte: map.geo.admin.ch


 

Als Laichgewässer bevorzugen die meisten Arten stehende Kleingewässer wie Tümpel und Weiher. Neben kleineren Tümpeln bis zu grossen Feuchtgebietskomplexen bilden Kies- und Lehmgruben einen wichtigen Anteil (rund ein Fünftel der Gesamtobjekte) des Inventars. Im Laufe der Nutzung haben sie sich zu schützenswerten naturnahen Standorten entwickelt.

Die ortsfesten Objekte sind in zwei verschiedene Bereiche eingeteilt: Der Bereich A ist dem Naturschutz unterstellt. Der Bereich B umfasst den engeren Bereich der Landlebensräume und die Pufferzonen. Es sind meist land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Wanderobjekte beinhalten genutzte Gruben, innerhalb deren die dynamische Voraussetzung für eine Erhaltung der vorkommenden Amphibienbestände erhalten werden soll.

Als viertes Bundesinventar gemäss Art. 18a NHG setzte der Bundesrat 2001 das Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete mit 701 Objekten in Kraft, welches in den Jahren 2003, 2007 und 2017 revidiert wurde. Aktuell sind 929 Objekte (835 Ortsfeste und 94 Wanderobjekte) in Kraft.




Wo ist die Lärmbelastung durch Strassenverkehr nachts am höchsten (BAFU)?

Wo ist die Lärmbelastung durch Strassenverkehr nachts am höchsten ist (BAFU)?

Die Karte zeigt, welcher Lärmbelastung die Bevölkerung durch den Strassenverkehr in der Nacht ausgesetzt ist. Die Angaben basieren auf flächendeckenden Modellberechnungen (sonBASE).

 

ch.bafu.laerm-strassenlaerm_nacht

Copyright: /shutterstock.com

Link auf die Karte: map.geo.admin.ch

Die Verkehrsdaten für den Strassenverkehr wurden mit einem Mobilitätsmodell für das Jahr 2015 ermittelt. Die so ermittelten Verkehrsdaten wurden auf der Grundlage von ca. 1900 nationalen und kantonalen Zählstellen mit stundenfeinen Zählwerten kalibriert. Daten sind gesetzlich nicht verbindlich. Verbindliche Angaben zur Belastung wie auch zur Lärmsanierung geben die jeweiligen Vollzugsbehörden. Bei Nationalstrassen: Bundesamt für Strassen (ASTRA). Bei Haupt- und übrige Strassen: Die Kantonalen Vollzugsbehörden




Der Herzschlag der Flüsse – Hydrologische Messstationen auf map.geo.admin.ch (Bundesamt für Umwelt)

https://s.geo.admin.ch/85607f8657

 

https://s.geo.admin.ch/856086fe61




Wasserverfügbarkeit: Den Bäumen steht immer öfter zu wenig Wasser zur Verfügung (BAFU)

In gelb bis rot markierten Gebieten ist mit Beeinträchtigungen der Bäume durch Trockenheit zu rechnen, am stärksten in den weinroten Bereichen. Trend: Wiederkehr und Ausdehnung gelb bis roter Gebiete nehmen in der Periode 1981-2018 zu.


Link auf die Karte: map.geo.admin.ch

  • Die Vegetation und der Boden geben Wasser an die Atmosphäre ab, je wärmer und trockener die Luft, desto mehr. Pflanzen verdunsten über ihre Blätter Wasser. Die Evapotranspiration ist die Summe des an die Atmosphäre abgegebenen Wassers.
  • Die aktuelle Evapotranspiration (ETa) hängt von der Wasserverfügbarkeit ab, das heisst von der Niederschlagsmenge sowie der Fähigkeit der Böden, das Niederschlagswasser zu speichern. Die potenzielle Evapotranspiration (ETp) ist die Wassermenge, die bei ausreichender Wassernachlieferung an die Atmosphäre abgegeben würde.
  • Unterhalb von einem ETa/ETp-Verhältnis von 0.8 ist mit Beeinträchtigungen durch Trockenheit zu rechnen, da die Spaltöffnungen in den Blättern dann oft geschlossen sind und die Bäume die Photosynthese einschränken.
  • In hell- und speziell dunkelblauen Gebieten ist nicht mit Störungen zu rechnen.
  • In gelb bis rot markierten Gebieten ist mit Beeinträchtigungen der Bäume durch Trockenheit zu rechnen, am stärksten in den weinroten Bereichen.

Periode 1981-2018, April bis August, räumliche Auflösung 250m x 250m. Quelle: Remund et al. (2016).




Badegewässerqualität in der Schweiz? Mit wenigen Ausnahmen sehr gut (BAFU)

Badegewässerqualität in der Schweiz? Mit wenigen Ausnahmen sehr gut (BAFU)

Die Beurteilung der Badegewässerqualität erfolgt anhand der Daten des kantonalen Gewässermonitorings zu den hygienischen Parametern E. coli und intestinale Enterokokken (Fäkalbakterien).

 

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Copyright (auch Blogbild): /shutterstock.com

Link auf die Karte: map.geo.admin.ch

 

Für die Beurteilung der Qualität gilt die EUA-Einstufung gemäss Anhang I der EU-Badegewässerrichtlinie 2006. Die EUA-Einstufung kann nur berechnet werden, wenn mindestens 4 Proben pro Badesaison und Messresultate für mindestens 4 Jahre vorliegen.




Potenzielle Permafrostverbreitung in der Schweiz: Hinweiskarte BAFU

Blogbild: Copyright /shutterstock.com

 

Oberhalb von 2400 Metern ist je nach geographischer Ausrichtung der Boden in der Schweiz ständig gefroren. Dieses Phänomen heisst Permafrost. Aufgrund der Klimaänderung droht die Permafrostgrenze in den nächsten Jahrzehnten anzusteigen. Dadurch können in den Bergen Steinschlag, Fels- oder Bergstürze sowie Rutschungen und Murgänge ausgelöst werden:

Link auf die Karte: map.geo.admin.ch

Die Hinweiskarte der potenziellen Permafrostverbreitung in der Schweiz wurde durch die Analyse eines digitalen Höhenmodells hergestellt. Für lokale Beurteilungen müssen zusätzlich im Gelände detaillierte Abklärungen durchgeführt werden.

 




Die Schweiz – das Wasserschloss Europas – Thema “Wasser” auf map.geo.admin.ch

Wie der Tagesaktuelle Artikel im Bund, “Als könnte man durch die Flüsse waten”, ausführt, ist Wasser auch dieses Jahr ein zentrales Thema in der Schweiz. Auf den Rekordsommer folgt der Rekordherbst. Besonders Bäume und Fische leiden unter dem Regenmangel (Zitat der Bund vom 19.10.2018). Wie kann ich als Lehrperson das Thema Wasser anschaulich, mit den digitalen Karten des Bundes, und Hintergrundinformationen verstehen und visualisieren?

Die Schweiz gilt als das Wasserschloss Europas. Rund 6% der Trinkwasserreserven des Kontinents befinden sich in der Schweiz, und 4% der Gesamtfläche des Landes entfallen auf Seen und Flüsse. Mit dem Rheinfall verfügt die Schweiz über den grössten Wasserfall Europas, und die Mauer des Grande-Dixence-Stauses im Wallis zählt mit 285 Metern zu den höchsten Staumauern der Welt.

Die vier Flüsse Rhone, Rhein, Inn und Tessin haben ihre Quelle alle in den Schweizer Alpen und fliessen in unterschiedliche Meere. Es gibt in der Schweiz über 1500 Seen. Viele davon gehen auf Vertiefungen der Gletscher zurück, welche sich während der letzten Eiszeit gebildet haben. Der Genfersee im französisch-schweizerischen Grenzgebiet ist der grösste See Mitteleuropas. Der grösste See innerhalb der Schweiz ist der Neuenburgersee.

Wasserschloss2

Wegen der Klimaerwährmung schmelzen die Gletscher und das Klima im Alpenland verändert sich stark. Die Wasserreserven sind dadurch in Zukunft gefährdet (Blaser A.; Kernen U.; Moser-Léchot, V. D.,  Die Schweiz Verstehen, 2018). Zu Allen, oben im Text hervorgehobenen Begriffen, finden Sie auf map.geo.admin.ch digitale Karten unterschiedlicher Bundesämter, mit welchen Sie Ihren Unterricht anschaulich gestalten können.

Beispiel: Hochwasser Gefahrenstufen Bundesamt für Umwelt:

 

 

Staunanlagen des Bundesamts für Energie:

 

Gletscherschmelze auf den digitalen Karten von swisstopo: Morteratschgletscher – Ein Eisriese verschwindet

Der lange Morteratschgletscher hat sich seit Beginn der Messungen im Jahre 1878 ununterbrochen zurückgezogen. Im Durchschnitt beträgt der Rückgang 16 Meter/ Jahr. In wärmeren Phasen (1935 bis 1965) wurde ein Rückgang bis zu 48 Meter pro Jahr gemessen. Seit den 1990-er Jahren ist eine Verstärkung des Schwundes zu verzeichnen. Die erste Publikation der Siegfriedkarte und das Orthofoto von 2009 zeigen uns seinen Rückzug:

 

Bild Wasserschloss: http://naturschutz.ch/news/das-wasserschloss-europas-steht-unter-beschuss/114154 unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de