Ein Hase auf der Mondoberfläche.
Eine Wolkenformation wie ein Drache.
Das lächelnde Gesicht in der Holzfaserung.
Die menschliche Fantasie ist erstaunlich: Wir betrachten zufällige Muster und erkennen darin Gesichter, Gegenstände oder Wesen. Pareidolie nennt sich dieses Phänomen und wird im Unterricht auch gerne mal genutzt, etwa mit dem Tintenfleck-Malen. Die Unterrichtsidee «Kunst aus Karten» wählt einen erfrischenden Ansatz, Pareidolie für die Schülerinnen und Schüler erlebbar zu machen: Die Muster kommen aus der Schweizer Landschaft!

Pareidolie (altgriechisch παρά para, deutsch «daneben», «vorbei» und εἴδωλον eídolon, deutsch «Form», «Erscheinung», «(Trug-)Bild», «Schattenbild», theologisch auch «Götzenbild») bezeichnet das Phänomen, in Dingen und Mustern vermeintliche Gesichter und vertraute Wesen oder Gegenstände zu erkennen. (Wikipedia)
Im Plenum Pareidolie-Erlebnisse austauschen: Wer hat das schon mal erlebt?
Die Schülerinnen und Schüler schauen sich die verschiedenen Muster an, welche auf dem Kartenviewer dargestellt werden können. Sie erzählen einander, was sie darin erkennen.
Wenn ihnen etwas besonders gefällt, verarbeiten sie es gestalterisch, indem sie das Muster ausdrucken und dann ihre imaginierte Figur von Hand ergänzen. Im Anschluss orientieren sie sich auf der Karte und ergänzen ihr Kunstwerk mit den Namen der Gewässer, Berge oder Ortschaften, die geografisch bei ihrer Figur liegen. Vielleicht gibt es mal einen Ausflug dorthin?
Zum Schluss darf eine grosse Pareidolie-Ausstellung mit allen Kunstwerken an der Tafel veranstaltet werden!
* Alternative, falls kein Drucker vorhanden ist: Die Lehrperson druckt in der Vorbereitung einige spannende Muster aus und legt diese auf einem Tisch aus. Die Schülerinnen und Schüler wählen eins aus, mit dem sie weiterarbeiten.
Die Schweizer Kartograf:innen geniessen international einen sehr guten Ruf, sie sind berühmt für ihre Präzision. Doch ein kleines Augenzwinkern haben sie sich erlaubt: Immer wieder waren in den offiziellen Landeskarten der Schweiz kleine Zeichnungen versteckt!
Die ideale Vorlage für eine Easter-Egg-Suche mit der Klasse! Das sind die bisher bekannten versteckten Zeichnungen (von links oben nach rechts unten: Fisch, Murmeltier, «Hardermannli», Bergsteiger, Spinne.

Beispiel Murmeltier:
Weitere Informationen zu den versteckten Zeichnungen, etwa Erläuterungen zu den einzelnen Figuren oder die Links zu allen Kartenausschnitten, finden sich auf dieser Seite von swisstopo.
Im Schulzimmer oder draussen gehen die Schülerinnen und Schüler zu zweit oder in kleinen Gruppen auf die Suche nach Mustern, die sich für Pareidolie eignen. Sie fotografieren das Muster ab und zeichnen ihre imaginierte Figur auf dem Handy oder Tablet nach. Der Auftrag könnte so lauten:
* Falls kein digitales Tool oder nicht genügend Geräte zur Verfügung stehen, können diese Muster auch ausgedruckt werden, allenfalls auf die nächste Lektion an einem anderen Tag.
Die digitalen Zeichnungen können ausgedruckt und der Pareidolie-Ausstellung angegliedert werden.
Es kann an folgenden Kompetenzen aus BG, NMG, RZG und ÜfK gearbeitet werden:
BG.2.A
eigenständige Bildideen zu unterschiedlichen Situationen und Themen alleine oder in Gruppen entwickeln
eigenständig bildnerische Prozesse alleine oder in Gruppen realisieren und ihre Bildsprache erweitern.
BG.2.D
Eigenschaften und Wirkungen von Materialien und Werkzeugen erproben und im bildnerischen Prozess einsetzen.
Der spielerische Umgang mit dem Online-Kartentool und geografischen Orten eignet sich zudem für einführende Lektionen in NMG bzw. RZG.
Auch werden überfachliche Kompetenzen angewendet, so etwa Dialog- und Kooperationsfähigkeit: Sich mit Menschen austauschen, zusammenarbeiten.