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Zusammenfassung der Unterrichtsideen

In dieser Tabelle sind auf einen Blick alle Unterrichtsideen und Unterrichtsskizzen zu sehen, die von Lehrpersonen erstellt wurden. Sie sind nach Zyklus sortiert, aber oft ist es möglich, eine Idee oder Skizze auch in anderen Zyklen umzusetzen. Neue Unterrichtsideen sind fett hervorgehoben.

 

Fachbereich Titel Zyklus
 1 Mathematik Sich Flächen vorstellen  2
 2 RZG Orte finden – Einstieg in die Bedienung des Kartenviewers  2
 3 RZG Meine Freizeit in meiner Umgebung  2
 4 RZG Wo waren die Stadtmauern früher sichtbar?  2
 5 RZG Stadt- und Landentwicklung – Historischer Vergleich  2
 6 Mathematik, RZG Wie viel Eis hätte ich über meinem Kopf gehabt?  2/3
 7 NMG / NT Renaturierung der Gewässer  2/3
 8 NMG / NT Wer lebt bei uns ums Schulhaus? Artenvielfalt auf digitalen Karten festhalten.  2/3
 9 RZG Wasserschloss Schweiz  2/3
 10 RZG Was weiss der Kartenviewer über meinen Schulweg?  2/3
 11 RZG Die Gemeinden meines Kantons  2/3
 12 RZG Unsere Schule von oben – Einsatz einer Fotodrohne  2/3
 13 RZG Collage – Wir erkunden unseren Kanton  2/3
 14 RZG und BNE Raumplanung erlebbar machen: Warum kann ich nicht ein Haus bauen, wo ich will?  2/3
 15 RZG und BNE Der Wohnort – Damals und heute  2/3
 16 RZG, M und BNE Gletscherschwund sichtbar machen  2/3
 17 Mathematik Hoch hinaus, steil bergauf: Weiterführende Aufgaben zum Mathbuch 3+.  3
 18 RZG Wetterkarte mit KML  3
 19 RZG Vorbereitung einer Exkursion – im Beispiel zur Festung Reuenthal  3
 20 RZG, Deutsch Flur- und Ortsnamen als Zeugen der Vergangenheit  3
 21 RZG, MI Daten einer Tracking-App in den Kartenviewer integrieren  3
 22 RZG, MI Meinen Wohnort erkunden – Einstieg in die Bedienung des Kartenviewers  3
 23 RZG, NT, BNE und MI Windenergie in der Schweiz  3



Flur- und Ortsnamen als Zeugen der Vergangenheit

Der Mensch nutzt, gestaltet und verändert die Landschaft – und er gibt ihr Namen. Ob Cholholz, Schattenloch oder Rebacker. Aus Flurnamen lassen sich oft biologische oder historische Bezüge herstellen. Der Kartenviewer bietet tolles Anschauungsmaterial, um Flurnamen zu erkunden. Dank der Zeitreise können gar gewisse Veränderungen der Flurnamen festgestellt werden.

Dieser Artikel wurde revidiert und ergänzt von Dr. Peter Keller, Dozent der Professur Didaktik des Sachunterrichts, Institut für Primarschule an der PH FHNW.

Ein Flurname ist die namentliche Bezeichnung eines kleinräumigen Landschaftsteils, in dem sich keine Häuser befinden. Im Gegensatz dazu bezeichnet ein Ortsname immer einen Landschaftsteil mit Häusern. (Wikipedia.de)

Ob auf der Galgenrüti früher mal eine grosse Eiche stand?

Aufgabenstellung

  1. Zur Aktivierung des Vorwissens werden Orts- und Landschafts- oder Strassennamen gesammelt. Gemeinsam wird diskutiert, weshalb diese wohl so heissen. Alternativ können die SuS einer Landschaft, einer Siedlung einen eigenen Namen geben und diesen begründen.
  2. Die SuS erkunden die Flurnamen rund um ihren Wohn- oder Schulort auf einer ausgedruckten Karte. Namen, deren Bedeutung sie kennen, unterstreichen sie mit blau – Namen, welche sie nicht einordnen können werden rot unterstrichen.
  3. Mit der Zeitreise des Kartenviewers prüfen, ob sich die Flurnamen über die Zeit verändert haben – oder ob sich daraus evtl. erkennen, weshalb ein Ort diesen Namen trägt? Falls in der näheren Umgebung keine ergiebigen Flurnamen zu finden sind, können die SuS auch in einem grösseren Umkreis nach interessanten Flurnamen suchen. Alternativ können die unterschiedlichen Karten ebenfalls ausgedruckt werden. Evtl. auch die Luftbilder verwenden.
  4. Jede Gruppe sendet 3-5 Ausschnitte von interessanten Flurnamen als Permalink, die sie erklären können und senden diese an die Lehrperson. Alternativ kann ein Screenshot erstellt werden und die Lernenden beschreiben die Flurnamen in einem Textverarbeitungsprogramm.

Durch die Zeitreise bestätigt: Tatsächlich wurden in Humlikon am Rebberg einst Reben angepflanzt.

Zielsetzung / Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler …

  • können die erkundeten Flurnamen mit verwandten Begriffen verbinden und Bezüge herstellen.
  • können sich aufgrund der Flurnamen bewusster in ihrer vertrauten Umgebung orientieren.
  • schärfen ihr historisches Bewusstsein in Bezug auf Wandel.
  • können die Suchfunktion wie auch die Zeitreise des Kartenviewers produktiv bedienen.

Hinweise zur Unterrichtsvorbereitung

Häufig können Flurnamen gar nicht gänzlich belegt werden – z.B. „Güggelrain“: die Bedeutung ist klar, jedoch nicht der Grund, weshalb der Ort so heisst. Daher müssten SuS angeregt werden Vermutungen zu äussern.

Die Aufgabe sollte unbedingt mit einem Folgeauftrag zur Ortsbegehung verbunden werden. Sind Elemente der Flurnamenbedeutung vor Ort feststellbar und dokumentierbar?

Hinweise zur Beurteilung

Das Festhalten der Erkundungsaufträge mittels Screenshot und Texterläuterungen führt zu messbaren Lernspuren der SuS, die bewertet werden können. Wichtig wäre hierzu, dass die SuS auch dokumentieren, woher sie Ihre Informationen haben und wo sie (eventuell auch vergeblich) gesucht haben.

Lehrplanbezug

Die Schülerinnen und Schüler…

  • können Thesen aus Karten und Orientierungsmittel formulieren.
  • können verschiedene Karten und Orientierungsmittel zur Beantwortung von Fragestellungen nutzen und auswerten. (RZG.4.2.b)
  • können die Bedeutung von unbekannten Wörtern aus dem Kontext erschliessen, erfragen oder mit geeigneten Hilfsmitteln (z.B. Wörterbuch, Sachbuch, Internet) nachschlagen und damit ihren rezeptiven Wortschatz erweitern. (D.1.B.1.f)

 

Würdigung von Dr. Peter Keller

Flurnamen verraten etwas über Vergangenheit und Beschaffenheit eines Ortes

Mit der Thematisierung des Wandels von Flurnamen sowie der Landschaft werden zwei wichtige Fachkonzepte der Geschichtswissenschaft einerseits und der Geografie andererseits. Es ist dies die historische Kategorie des Wandels (Historizität) ganz generell, sowie derjenige von Landschaftsveränderungen im Speziellen. Lernende gewinnen die Einsicht, dass die Welt, die uns umgibt, in vielem das Resultat von menschlichem Tun in der Vergangenheit darstellt.

Alte Karten als landschaftsgeschichtliche historische Quellen werden bearbeitet.

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Meine Freizeit in meiner Umgebung

Wozu in die Ferne schweifen? Es ist reizvoll, die Freizeit in der eigenen Umgebung zu verbringen. Schülerinnen und Schüler erforschen Freizeitorte in ihrer Wohnumgebung, halten diese als Text, mit Bildern und auf der Karte fest.

Dieser Artikel wurde revidiert und ergänzt von Dr. Peter Keller, Dozent am Institut für Primarschule, Professur Didaktik des Sachunterrichts an der PH FHNW.

Aufgabenstellungen

  • Gemeinsam wird in einem ersten Schritt diskutiert und z.B. an der Wandtafel festgehalten, was Freizeitorte sind und sein können.
  • Die SuS erkunden ihren Wohnort und tragen auf dem Ortsplan diejenigen Orte ein, wo sie ihre Freizeit verbringen. Zudem fotografieren sie diese, notieren die Aktivitäten und deren persönliche Bedeutung.
  • Die SuS zeichnen ihre Freizeitorte im Kartenviewer ein und speichern diese als PDF ab.
  • Das pdf-Dokument wird in ein Worddokument umgewandelt. Die SuS fügen Texte mittels Textfeldern und Bilder ein und gestalten das Dokument weiter aus zu einem Plakat.
  • Das Plakat wird als pdf-Dokument abgespeichert und im A3-Format ausgedruckt.
  • SuS reflektieren über die Freizeitmöglichkeiten in ihrer Umgebung: Sie vergeben ein Prädikat aus sehr gut – gut – genügend – ungenügend mit einer Begründung und schreiben Wünsche und Verbesserungsvorschläge auf.

Zielsetzungen/Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler …

  • können sich in bekannter Umgebung auf der Karte orientieren.
  • erkunden ausserschulische Lernorte.
  • gestalten ihre Freizeitorte mit Text, Bild und als Karte zu einem Plakat.
  • stellen das Plakat in der Klasse vor.

Benötigtes Material für den Unterricht

  • Kopien des Ortsplans

Materialien zur Vorbereitung für die Lehrperson

  • Realienlehrmittel “Leben im Aargau” S. 110,111 Arbeitsblatt 4.8

Weiterführende Ideen

  • Erweiterung für schnelle LernerInnen: Standorte automatisch einzeichnen (mit KML) gemäss der Anleitung von Matthias Giger
  • Plakat vor der Klasse, vor den Eltern, vor Behörden präsentieren
  • Überlegungen anstellen, wie Wünsche und Verbesserungsvlrschläge realisiert werden können. Evtl. Einreichen von Wünschen und Verbesserungsvorschlägen bei den Behörden

Lehrplanbezug

  • Mensch und Raum: Sich orientieren lernen (Schulweg, Schulhaus)
  • Die unmittelbare Umgebung erkunden und sich darin orientieren
  • Sich im Raum bewegen (Quartierplan, Dorfplan)

Würdigung von Dr. Peter Keller

Schöne Verbindung von Karte, Dokumentation vor Ort und persönlicher Auseinandersetzung.

Mehrperspektivischer Zugang zur Erschliessung von Aspekten der Lebenswelt (räumliche, politische, soziologische Perspektive).

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